Die Physis der Akteure

Einführung

Jeder Spieler spürt die körperliche Belastung beispielsweise während eines langwährenden Turnierverlaufes. Jeder Spieler weiß, wie oft er dabei in die Hocke gehen muß, wie oft er auch wieder aufstehen muß. Er weiß um die Gewichtseinheiten, die er immer und immer wieder bewegen muß. Es kommt dabei regelmäßig der Moment, wo er seine Muskeln spürt bzw. seine Muskeln ihm zu erkennen geben, daß sie (zu) stark belastet sind. Je routinierter, turniererfahrener der Spieler ist, desto zeitverzögerter kommt dieser Moment – aber er kommt, auch bei ihm! Jeder Spieler weiß um die Einseitigkeit seiner automatisierten Bewegungsabläufe; er weiß um die enorme Belastung spezieller Körperteile und Gliedmaßen. Was aber tut er für deren Entlastung? Wie geht er mit seiner individuellen Grenzbelastung um?

 

Was tut er für seinen Körper und sein gesamtes Wohlbefinden? Was tut er für seine Gesundheit?

 

Beim Beobachten sportlichen Trainings bzw. bei sportlichen Wettkämpfen fällt immer wieder auf, daß das Auf- und Abwärmen nicht ausreichend berücksichtigt, sondern sogar vernachlässigt oder gar weggelassen wird. Häufig sind bei Sportlern im Rahmen der Vor- und Nachbereitung mehr rituell geprägte Handlungen denn auf die anstehende sportliche Tätigkeit ausgerichtete Aktivitäten zu beobachten; beim Freizeitsportler fehlt ein konsequentes Aufwärmen fast immer. Angesichts dieser Tatsachen verwundert nicht die hohe Verletzungsquote und die zunehmende Häufung von irreparablen Schäden, die sich im Laufe einer langjährigen Sportlerkarriere entwickeln und sogar zu ihrer Beendigung zwingen können.

 

Dieses Kapitel soll Verständnis für das gezielte Auf- und Abwärmen wecken, zur Vermeidung solcher Schäden beitragen und die kurz-, mittel- und langfristige Leistungsprognose durch den konsequenten Einsatz vor- und nachbereitender Maßnahmen verbessern.

 

In den vergangenen Jahren wurde die Bedeutung solcher Maßnahmen, die das Training bzw. den Wettkampf vor- und nachbereiten, immer deutlicher. Bis noch vor kurzer Zeit bezogen sich diese Maßnahmen speziell auf das Vorbereiten des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskulatur auf die anstehende Belastung. Die medizinische Erforschung und deren Statistiken der letzten Jahre zeigen uns jedoch, daß Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sich immer mehr auf den passiven als auf den aktiven Bewegungsapparat konzentrieren. Sportliche Aktivitäten müssen in den meisten Fällen wegen Belastungsunverträglichkeiten am passiven Stütz- und Bewegungsapparat des Körpers eingeschränkt werden. Ein sinnvoll abgestimmtes Auf- und Abwärmprogramm kann an dieser Stelle im Sinne der Verhütung von Schäden (Prävention) einen wesentlichen Beitrag zum gesünderen Sporttreiben leisten.

 

Ein weiteres, bisher nicht ausreichend behandeltes - und zudem belächeltes - Thema sind die sich unterscheidenden Maßnahmen der Sportler vor und nach dem Training und Wettkampf. Der Ausdauersportler als typischer Dauerleister muß andere vor- und nachbereitende Maßnahmen einsetzen als z.B. der Kraftsportler mit seinen wenigen, jedoch intensiveren Krafteinsätzen.

 

Es müssen also geeignete Maßnahmen zum Vor- und Nachbereiten von Training und Wettkampf ausdifferenziert werden und eine Aufteilung nach den speziellen Anforderungen, Leistungsstufen, Leistungsprognosen und dem Alter erfolgen. Zu diesen Themen will dieses Kapitel einen sportpraxisbezogenen Beitrag leisten.

Ziele und Inhalte
Ziele und Inhalte