Die Psyche der Akteure

UNTERBEWUSSTSEIN - BEWUSSTSEIN – NATÜRLICHKEIT

Auf dem Weg in unser Innerstes

Jeder Mensch hat eine Vorstellung von sich selbst. Er weiß von einigen seiner Stärken und er weiß von einigen seiner Schwächen. Jeder Mensch hat auch eine Vorstellung davon, wie er gerne sein möchte. Das alles zusammen ist das Selbstbild.

 

Die Grundlage für dieses Selbstbild wurde bereits in der Kindheit geschaffen. Aus den Handlungen und Äußerungen der Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde, dem Einfluss von Kirche, Kultur und Schule, den eigenen Erfahrungen und auch aus dem, was wir lernen, fügt sich dieses Selbstbild zusammen und prägt uns. Man könnte auch sagen, dass wir als Kind das über uns glauben, was andere über uns sagen. Ein interessanter Satz. Fast zum Wiederholen: Wir glauben als Kind immer mehr das, was andere über uns sagen oder denken. Gleichzeitig prägen Bekundungen von außen nicht nur das Selbstbild, ebenso wirken sie auf das Selbstgespräch und damit auf den Selbstwert des Kindes. Kinder übernehmen nun mal den Wortlaut der "Größeren". Und wenn sie Dinge über sich selbst oft genug nachsprechen, dann wird dies in das Selbstbild übernommen.

 

Dieses Selbstgespräch läuft unbewusst ab und wirkt dann auch als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Zum Glück funktioniert dies sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Das heißt: Ich kann eine Aufgabe angehen mit dem Selbstgespräch "Ich kann das!" oder "Das kann ich nicht!". Lautet, wie im Falle der ersten Variante, das Ziel "Erfolg", stellen sich Interesse, Neugierde und Spaß ein. Dagegen kommen Desinteresse und Lustlosigkeit auf, wenn, wie im Falle der zweiten Variante, das Ziel mit einer erfolglosen Aussicht verknüpft wird.

 

Und nun wieder zurück zur Anwendung im Sport:

 

In sportwissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt: Bevor die Leistung nachlässt, hört zuerst das positive Selbstgespräch auf.

 

Ist das nicht bemerkenswert? Nicht die Leistung stimmt nicht, nein, die anfänglich positive selbst erfüllende Prophezeiung kippt in eine negative selbst erfüllende Prophezeiung um. Und verbal bestätigen wir dies gerne mit dem Satz oder dem Gedanken: "Ich hab's doch gewusst, dass dies nicht klappen kann."

 

Die Art und Weise unseres Glaubens, wie wir und unsere Umwelt funktionieren, macht unser "Glaubenssystem" aus. Damit meine ich nicht Religion. Das Wort "Glaubenssystem" meint genau das, was es sagt, nämlich die Einordnung und Ordnung all dessen, was wir über uns zu meinen glauben, innerhalb eines größeren (Lebens-)Zusammenhangs.

 

Korrekterweise dürfte es im Selbstgespräch also nicht heißen: "So bin ich!" Vielmehr müsste erklärt werden: "So glaube ich zu sein!"

 

Die in unserer Kindheit gemachten Erfahrungen lassen das Glaubenssystem entstehen. Und dieses wiederum diktiert unsere Gegenwartsreaktion. Damals erschufen wir unser Glaubenssystem aus der Reaktion auf Angst oder Schmerz oder Angst vor Schmerz.

 

Können Sie sich hier schon vorstellen, welche Aufgabe das Glaubenssystem übernimmt? Es schützt uns vor weiteren - möglichen - Misserfolgen. Oder vor weiterem - möglichem - Schmerz oder Angst vor Schmerz. Es repräsentiert all das, was, so haben wir es gelernt, vermieden und verleugnet werden muss. Eigentlich will es uns Sicherheit geben, indem es Schutzgrenzen aufbaut. Gleichzeitig hält es uns davon ab, diese Grenzen zu überschreiten.

 

Unser Glaubenssystem ist also eine sich selbst rechtfertigende Maschine und sorgt für die Bestätigung jeglicher Grenzen, die wir zu haben glauben. In dem Roman "Die Möwe Jonathan" heißt es:

 

"Glaube an die Grenzen. Und sie gehören dir!"

 

Unser Glaubenssystem redet und wir hören es als unser Selbstgespräch. Es fasst unser Selbstbild zusammen und bestimmt die Grenzen des Bereiches, in dem wir uns auskennen, sicher fühlen, wohl fühlen - unsere so genannte Komfortzone. Bewegen wir uns in ihr, geht es uns gut. Aber eben nur begrenzt gut! Außerhalb dieser Grenzen ...?

 

Sie kennen Beispiele für allgemeingültige negative Glaubenssätze:

 

  • Wer viel Geld verdient, ist unehrlich.
  • Ich bin es nicht wert, erfolgreich zu sein.
  • Ich kann nie ganz gesund sein.
  • Kaum geht es einem gut, kriegt man schon wieder eins auf den Deckel.

 

Und Sie kennen auch Beispiele für Glaubenssätze, die den sportlichen Erfolg verhindern:

 

 

  • Immer kurz vor dem Durchbruch verletze ich mich.
  • Ich darf nicht den Erfolg haben, der mir gebührt.
  • Mir wird nie erlaubt, meinen Weg zu gehen.
  • Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu.

 

Unser Glaubenssystem betrachtet Veränderung - negative wie positive - als Bedrohung für die eigene Sicherheit. Sie können davon ausgehen, dass es jeden Schritt, der in Richtung Veränderung geht, bekämpfen wird. Seine Waffen sind: Selbstrechtfertigung und Selbstzweifel, verbunden mit uralten Ängsten und Schmerzen. Uns fallen dann merkwürdigerweise tausend Dinge ein, warum wir etwas nicht tun oder verändern.

 

Die Aussage des oben erwähnten Sportlers "Ich hab's doch gewusst, dass dies nicht klappen kann" interpretieren wir jetzt so: Bei einem neuerlichen Versuch würde er (zwar) zu sich sagen: "Aber dieses Mal klappt es"! Zur selben Zeit aber würde sein Glaubenssystem die Veränderung durch das "Dieses Mal klappt es" als Bedrohung ansehen und - ohne dass er es bewusst so wollte - alles dafür tun, dass "es nicht klappt". In diesem Fall wäre also das Glaubenssystem, welches immer UNBEWUSST nach dem Motto agiert "Bloß nichts verändern", stärker als das BEWUSST erdachte Ziel.

 

Sie merken selbst: Wir haben es hier mit einem starken Gegner zu tun - aber es ist nicht hoffnungslos. Ein verändertes Selbstgespräch, welches eine Veränderung des Glaubenssystems mit einschließt, ist Trainingssache.

 

Ich kann Ihnen die sanfte Begleitung nur empfehlen. Ich habe die Möglichkeit, zu unangenehmen, blockierenden Verhaltensmustern die in der Kindheit abgespeicherten Emotionen aufzuzeigen und zu erklären. Warum also verzichten, wenn es möglich ist, die (negativen) Emotionen zu entschärfen? Bei allen lassen sich damit "Kindheits-Steine" auf dem Weg zum Erfolg sanft und doch effektiv wegräumen.

Quelle:

Dipl. Ing. Rainer Hatz

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