Psychische Aspekte

Ängste und Zweifel sowie mangelndes Selbstbewußtsein

Diese kritischen Zustände treten häufig dann auf, wenn Wettkämpfe bevorstehen, und sich - bei einer solchen Gelegenheit - die psychische Konstitution des Spielers in einem unausgeglichenen Zustand befindet.

 

Um entsprechende Zustände vor Wettkämpfen gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist es notwendig, daß der Spieler selbst versucht zu analysieren, was ursächlich für seine negative Befindlichkeit sein kann.

 

Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Trainer, dem Mannschaftsführer, einem erfahrenen Teammitglied oder einer sonstigen Vertrauensperson im Verein, kann dem Spieler hier manche Erkenntnis und Einsicht verschaffen, so daß er möglicherweise selbst sein Verhalten (seine Unausgeglichenheit/Beunruhigung) in diesem Punkt modifizieren kann.

Überkonzentration vor der Aktion

Natürlich ist es erforderlich, daß man zu einem Wettkampf mit dem Willen antritt, gut zu spielen und auch zu gewinnen. Trotzdem ist es nicht möglich, mehr aus sich herauszuholen, als in einem steckt.

 

Wenn der Akteur zu viel Willen aufwendet und sich somit zu einseitig auf den Wettkampf konzentriert, so leiden darunter die Spieltechnik, die Spieltaktik und auch das Spielergebnis. Er verkrampft und entspricht sich seiner selbst nicht mehr; sein individuelles Spielvermögen wird nicht erreicht.

 

Der Akteur muß sich damit begnügen, daß er nicht besser spielen kann, als sein momentanes Spielvermögen es ihm ermöglicht. Eine übersteigerte Erwartung, Anstrengung und Anspruchshaltung, eine Überforderung seiner selbst, führen zwangsläufig zum Gegenteil: zur Verkrampfung.

 

Während des Wettkampfes legt/schießt man gut, wenn man die Technik korrekt ausführt. Wenn man zu einseitig an den Wettkampf denkt, verändert man seine geistige/mentale Haltung und spielt schlechter. Darum ist es erforderlich, während einer Aktion nicht an das Ereignis (den Wettkampf) und/oder das Ergebnis (der Aktion) zu denken, sondern daran, in technischer und taktischer Hinsicht korrekt zu spielen. Daraus folgt, daß nur gut spielen kann, wer die korrekte Technik und Taktik erlernt hat und auch die entsprechende geistige Haltung während der Aktion immer wieder reproduzieren kann, d.h., die im Training angeeigneten Automatismen ausführen kann.

Überkonzentration während der Aktion

Während einer Aktion (Legen/Schießen) ist es notwendig, sich ständig selbst zu reflektieren, einen starken Willen aufzubringen und an sich zu arbeiten. Bei der Korrektur einer ungenügenden/fehlerhaften Aktion ist es jedoch von Übel, wenn man aufgrund der eigenen übersteigerten Erwartung oder der Meinung anderer Mitspieler nun noch mehr Willen im Hinblick auf einen bestimmten Punkt oder auf die folgende Aktion aufbringt: zu viel Anstrengung verändert das Spiel häufig zum Negativen.

 

Der Akteur muß versuchen, im Rahmen seines Niveaus sein Bestes zu geben! Trotzdem kann er nur gemäß seinem Leistungsstand, seinem momentanen spielerischen Level, Korrekturen wahrnehmen, verarbeiten und anwenden, jedoch nicht erwarten, daß er durch eine extreme Willensanstrengung plötzlich mehrere Leistungsstufen überspringt.

 

Spielt man gut, so sollte man dies durchaus ernst nehmen und nicht in das Gegenteil verfallen, nämlich übermütig oder leichtfertig spielen.