Psychische Aspekte

Konzentrationsprobleme, die durch äußere Umstände bedingt sind

Bei Wettkämpfen, die ein mehr oder weniger bekanntes Teilnehmerfeld und Publikum haben, entwickeln manche Spieler einen besonderen Ehrgeiz – insbesondere im Hinblick auf die Gegenwart der Zuschauer. Ein derartiges demonstrations- und/oder repräsentationssüchtiges Verhalten hat auch immer zur Folge, daß sich Mängel in der geistigen Haltung während des Spiels bemerkbar machen.

 

Andererseits: Kommt ein Spieler erstmals in eine Mannschaft, nimmt er erstmals an einem Wettkampf teil, so entwickelt sich in ihm häufig das Gefühl und die Bemühung, nicht negativ auffallen zu wollen bzw. sich nicht zu blamieren.

 

Der Akteur muß begreifen, daß er es immer nur selbst ist, der dort spielt – gänzlich unabhängig von Qualität und Quantität der Wettkampfteilnehmer bzw. des Publikums.

 

Unabhängig von äußeren Umständen, muß der Spieler versuchen, sein Spiel zu spielen; es so zu reproduzieren, wie er es sich automatisiert (erarbeitet/antrainiert) hat. Er sollte ausschließlich sich und sein spielerisches Vermögen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellen.

 

Ähnliche Gemütsbewegungen treten bei Spielern oftmals auch auf, wenn lobende oder kritische Bemerkungen/Verhaltensweisen sinnlich wahrgenommen werden. Der Spieler sollte versuchen, dem gleichmütig gegenüber zu stehen, auf sein eigenes Können und spielerisches Vermögen voll zu vertrauen und seine Aktion im entsprechenden Moment ganz unabhängig von solchen äußeren Beeinträchtigungen mental aufzubauen und - wie im Training automatisiert - zu Ende führen.

 

Für jeden Spieler ist es unbedingt wichtig, daß er neben den technischen und taktischen Schwierigkeiten des Spiels auch in der Lage ist, solche psychologischen Probleme zu erkennen und zu bearbeiten. Er sollte sich darum im Anschluß an einen Wettkampf nicht scheuen, mit anderen darüber zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen, wie man derartigen Phänomenen begegnen kann.

 

Ein Trainer/Mannschaftsführer/erfahrener Mitspieler sollte daher nicht nur entsprechende Strategien in bezug auf die technische und/oder taktische Korrektur kennen, sondern auch in der Lage sein, solche für seelische Haltungen anzuwenden. Dies kann mit Methoden, wie z.B. einer individuellen, ganz persönlichen Gesprächsführung oder einer individuellen, ganz persönlichen Verhaltensmodifikation geschehen.