Wichtige Kriterien

Das wichtigste Kriterium für die Kugelwahl ist und bleibt die Größe, die durch ihren Durchmesser definiert wird. Deshalb sind hier die Vor- und Nachteile einer kleineren Kugel im Vergleich zu einer größeren zusammengestellt, wobei der Umkehrschluß die Vor- und Nachteile größerer Kugeln definiert.

Kugeldurchmesser

Der Kugeldurchmesser bestimmt, ob ein Spieler eine Kugel „richtig eingebettet“ in die Hand nehmen kann oder nicht. Insofern ist die genaue Bestimmung der eigenen Handlänge von größter Bedeutung:

 

Meßpunkt A:    Spitze des Mittelfingers

Meßpunkt B:    Erste Handgelenksfalte unterhalb des Daumenansatzes.

 

Die mittels eines Maßbandes gemessene Länge (in cm) ist möglichst präzise zu ermitteln.

 

Der so gemessene Wert der Handlänge wird in den folgenden Tabellen umgesetzt für die Ermittlung des individuell richtigen Kugeldurchmessers:

Von der Handlänge zum Kugeldurchmesser:

Hinweise:

Die Y-Achse (0 - 24) kennzeichnet die gemessene Handlänge in cm. Die X-Achse (D70 - D80) bezeichnet die dazu empfohlenen Kugeldurchmesser in mm.

Kugelgewicht

Vom Kugeldurchmesser zum Kugelgewicht:

In beiden o.a. Tabellen wurde darauf verzichtet, Kugeln mit 79 oder 80 mm Durchmesser als Pointeurkugeln auszuweisen, weil es nicht sinnvoll ist - auch bei extrem großen Händen - mit so dicken Kugeln zu legen. Individuelle Abweichungen, besonders bei sehr guten Spielern, sind jedoch nicht selten.

Beispiel zur Anwendung:

Nach der Ermittlung Ihrer Handlänge von z.B. 20 cm, suchen Sie nun den idealen Durchmesser einer Kugel für sich. In der Kugeldurchmesser-Tabelle finden Sie jetzt als optimale Pointeurkugel die D75 (75 mm) und als Tireurkugel die D76 (76 mm). In der Kugelgewicht-Tabelle stellen Sie nun neben der D75 fest, welche Gewichte für Sie in Frage kommen: Ihre Pointeurkugel sollte 730 g, Ihre Milieukugel 710 g und Ihre Tireurkugel 690 g wiegen. Entsprechendes finden Sie neben der D76. Nun stehen sie vor der Qual der Wahl! Berücksichtigen Sie dabei möglichst objektiv Ihr Spiel-/Leistungsvermögen, Ihre bevorzugte Spielposition und ob Sie hinreichend motiviert sind, Ihre Boulespielkarriere auszubauen. Beachten Sie begleitend eher den Ratschlag eines erfahrenen Mitspielers, als den des Verkäufers.

Eine kleinere Kugel ...

  • kann leichter an das Schweinchen gespielt werden, weil sie weniger (weg-)rollt;
  • kann leichter mit Effet geworfen werden, weil die Hand sie weiter umschließt;
  • ist schwerer wegzuschießen, weil sie weniger Trefferfläche bietet;
  • „verspringt“ seltener, da die Kugelmasse beim Aufprall auf eine kleinere Fläche aufschlägt;
  • verringert die eigene Trefferquote, da ihre Trefferfläche geringer ist;
  • bleibt beim Schießen leichter an den Fingerkuppen hängen, da die Hand sie weiter umschließt.

Eine leichtere Kugel ...

  • „verspringt“ öfter, da sie weniger Masse aufweist;
  • kann beim Wurf besser ausbalanciert werden, weil der Spieler weniger Masse bewegen muß;
  • rollt schlechter geradeaus, weil sie durch Steinchen u.ä. eher aus ihrer Laufrichtung gebracht wird;
  • rollt nach einem Treffer weiter weg, da die geringere Masse langsamer aufhört zu rollen.