Die Taktik im Spiel

Sauwurf

Beim Sauwurf sollte immer die Entfernung gewählt werden, die für die eigene Mannschaft die größten Vorteile ergibt.

 

Eine schußstarke Equipe sollte demnach tendentiell kürzer (6 – 8 m) spielen, ein schußschwaches Team eher länger (8 – 10 m). In Abhängigkeit zum Gegner kann es sinnvoll sein - von diesen Prinzipien abweichend - länger oder kürzer zu spielen, je nachdem, ob die Gegenmannschaft besonders gut schießt oder eben nicht.

 

Bei hohem Rückstand sollte eine kürzere Entfernung gewählt werden, da hierbei vom eigenen Team eher mehrere Punkte in einer Aufnahme wettgemacht werden können.

 

Bei hohem Vorsprung sollte eine längere Spielentfernung gewählt werden, da hierbei vom Gegner viele Punkte schwerer zu erspielen sind.

Schießen

Schießen ist im Notfall der Versuch, eigene, gut gelegte Kugeln zu verteidigen. Schießen bedeutet demnach im Pétanque-Spiel Verteidigung.

 

Nur wenn in der Absicht gespielt wird, die gegnerische Kugel mittels eines Schusses durch die eigene auszutauschen (Carreau sur place oder enges Palet), dient dieser Schuß direkt dem Erzielen eines Punktes, also dem Angriff.

 

Gegnerkugeln, die durch Legen eher nicht zu übertreffen sind, sollten weggeschossen werden.

 

Wenn das eigene Team mindestens eine gute Kugel mehr im Spiel hat, als der gegnerische Tireur noch Kugeln zu spielen hat, kann auch mit weniger Kugeln in Händen – als die Gegenseite – noch geschossen werden.

Die Wahl der Schußart hängt ab:

 Von der Bodenbeschaffenheit:

  •  Bei glatten, ebenen Böden ist die sicherste Art zu treffen ein Flachschuß (raffeln).
  • Bei weicheren, aber unebeneren Böden ist "devant" (davor) schießen besonders effektiv.
  • Bei härteren oder elastischeren, unebenen Böden ist der Eisenschuß (au fer) sinnvoll.

 

Vom Spielbild:

  •  Um eine Zerstörung des Bildes zu vermeiden, die bei einem Flachschuß wahrscheinlicher ist, sollte "au fer" geschossen werden.
  • Eine freiliegende Kugel sollte – je nach Bodenbeschaffenheit – mit der sichersten Schußart entfernt werden.
  • Verdeckt liegende Kugeln können nur "au fer" oder "davor" getroffen werden, weshalb sich der Flachschuß in einer solchen Spielsituation von selbst verbietet.
  • Ist von zwei nebeneinander liegenden Kugeln eine wegzuschießen, sollte "au fer" oder "davor" getroffen werden, um eine unnötige Gefährdung der eigenen Kugel durch eine nicht sichtbare Bodenunebenheit oder ein nicht vorhersehbares Verspringen der Schußkugel zu vermeiden.

 

Vom Spielstand:

  • Die Spielstandsabhängigkeit muß noch unterteilt werden in die innerhalb einer Aufnahme und die innerhalb des Gesamtspielstandes.

 

Innerhalb einer Aufnahme:

  • Bei Kugelvorteil genügen Treffer.
  • Bei Zeit- und/oder Kugelnachteil muß die Schußkugel besser liegen bleiben als die geschossene Kugel, um einen höheren Nachteil zu vermeiden.
  • Bei Zeitvorteil muß die Schußkugel besser liegen bleiben als die geschossene Kugel, um zu vermeiden, daß die eigene Mannschaft in Zeitnachteil gerät.

 

Innerhalb des Gesamtspielstandes:

  • Bei hohen Führungen sollten riskante Schüsse vermieden werden.
  • Bei hohem Rückstand, insbesondere bei einer drohenden Niederlage, sollte auch ein hohes Risiko bei den Schüssen nicht gescheut werden, da sonst meistens der Verlust der Partie unvermeidbar ist. Insbesondere Sauschüsse sind dabei ins Kalkül zu ziehen.