La Roulette - Die gerollte Kugel

  • Definition:

Legen bzw. Pointieren mit einem Roll- oder Gleitwurf bedeutet, eine Kugel mit flachem Abwurf-winkel aus der Hocke oder aus dem Stand zu spielen. Der Aufschlagpunkt der Kugel liegt zwi-schen 0,5 m und 3 m vom Wurfkreis entfernt und ist damit immer kürzer als die halbe Spielent-fernung.

  • Technik:

Körper und Kopf sind gerade auf das Ziel gerichtet, um die Entfernung dahin visuell wahrzu-nehmen. Der Blick sucht dann einen geeigneten Donnée und realisiert die Entfernung zwischen Donnée und Cochonnet (Schweinchen/Sau). Beide Abläufe sind von großer Bedeutung, um die Dynamik des Wurfes abschätzen zu können. Sind also Zielrichtung, Zielentfernung, Donnée und Dynamik mental wahrgenommen, so konzentriert sich der Blick ausschließlich auf den Donnée, der am meisten ausschlaggebend ist für den Erfolg einer Aktion. Der Wurf hin zum Donnée wird dann unter Vermeidung starken Körperbewegungen ausgeführt. Die Kugel liegt in der ganzen, gewölbten/hohlen Hand, wobei sie glockenförmig von oben umfaßt wird. Das Handgelenk wird beim Abwurf in gerader Richtung zum Schweinchen geöffnet. Die Kugel wird ohne Effet gespielt.

 

Erfahrene Pointeure ritualisieren diese Abläufe folgendermaßen: Vor Betreten des Wurfkreises, betrachten sie das zu bespielende Terrain von einem Punkt aus, der sich einige Meter hinter dem Wurfkreis befindet; sie tun dies sowohl aus der Hocke, als auch aus dem Stand. Anschlie-ßend schreiten sie das Terrain ab und kontrollieren so noch einmal das eben Wahrgenommene: den beabsichtigten Donnée, den beabsichtigten Laufweg der Kugel, die Entfernung und damit gleichzeitig die notwendige Dynamik. Unterschiedliche Perspektiven lassen so manches erken-nen, was man ausschließlich aus dem Wurfkreis heraus möglicherweise gar nicht realisieren kann: etwaige leichte Bodenwellen, kleine Steinchen auf dem geplanten Donnée, feuchtere bzw. tiefere Stellen im geplanten Laufweg. Jeder Pointeur hat 1 Minute Zeit, seinen Wurf vorzu-bereiten; er sollte diese ausreichende Zeit sinnvoll nutzen! Je gründlicher die Vorbereitung, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Versuches!

  • Anwendung:

Auf allen glatten Böden, z.B. auf Sand- und Ascheplätzen, Parkwegen usw.

  • Zusammenfassung:

Diese Pointeurtechnik wird hauptsächlich auf glatten Böden angewendet. Aus dem aufrechten Stand heraus müssen die Knie stark durchgedrückt werden, um in eine stabile Abwurfposition zu gelangen. Die Kugel muß nach dem Armschwung, der möglichst gerade ausfallen sollte, schon nach zwei, drei Metern den Boden berühren.

 

„La roulette“ wird schwach dosiert gespielt, wenn der Boden äußerst glatt und hart ist; so kann man mit „viel Gefühl“ Richtung und Länge zum Legen einer guten Kugel kombinieren.

 

„La roulette“ wird stark dosiert gespielt, wenn die Situation „eclaircir le jeu“ (Auflockern des Spiels, des Bildes) angesagt ist, also eher eine technisch-taktische Wurfvariante.

 

Diese Würfe können auch aus der Hocke gespielt werden. Sie sind hier aber schwieriger auszu-führen, weil die Richtungsgebung komplizierter ist. Allerdings ist „la roulette“ als schwach do-siert gespielte Kugel wegen des niedrigen Aufschlagwinkels kontrollierbarer anzuwenden.