Der Sauwurf - als Technik

Laut internationalem Reglement müssen die Zielkugeln aus Holz sein. Ihr Durchmesser muß zwischen 25 mm und 35 mm liegen und sie dürfen gefärbt sein.

 

Jeder Akteur sollte die Techniken des Sauwurfes beherrschen. Die Position und/oder Funktion des Akteurs spielt dabei keine Rolle.

 

Primär muß unterschieden werden zwischen

  • Unterhandwurf und
  • Oberhandwurf.

Beim Unterhandwurf wird das Zielkügelchen in die offene Handfläche (die nach oben zeigt) gelegt und dann flach oder in hohem Bogen auf das Spielterrain gerollt bzw. geworfen. Bevorzugt findet man diese Variante bei Hobbyspielern und Frauen, doch sollen sogar deutsche Spitzenspieler diesen Wurf – nach genauem Studium aller Bodenunebenheiten – allerdings nur auf relativ ebenen Spielbahnen ebenfalls anwenden.

 

Der Oberhandwurf, bei dem das Cochonnet zwischen die Fingerspitzen (meist Zeige- und Mittelfinger) genommen wird, bleibt ein Privileg der sportlich ambitionierten Wettkampfspielerwelt. Schon mit dem zielsicheren Halb- oder Demi-Portée-Wurf der Sau wissen die Cracks ihre Kontrahenten einzuschüchtern. Selbst Plombées mit der Sau sollen in letzter Zeit einem Deutschen Meister, nach vorausgegangenem, stundenlangen Üben, hin und wieder gelungen sein. Wir warten im Moment noch auf die turniermäßige Anwendung, um ein solches Können auch anschaulich verfolgen zu können.

 

Natürlich beherrschen einige wenige Ausnahmespieler auch Effetwürfe mit dem armen alten Schwein. Dazu an dieser Stelle nur ein Beispiel:

 

Ein freundliches Mitglied der Nationalmannschaft Madagaskars zeigte schon bei verschiedenen Weltmeisterschaften seine unerreichbare Könnerschaft als Sauwerfer. Im Pistolengriff nimmt dieser Spieler den "bouchon" zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann drückt er so hart auf das hölzerne Wesen in seinen Fingern, daß dieses sich in hohem Bogen – mit einem irrsinnig starken Rückeffet versehen – auf eine von ihm vorher bestimmte Stelle entfernt.