Le Tireur - Der Schießer

Grundsätzliches

Bei den Schußstilen beobachtet man die größten individuellen Unterschiede.

 

Der eine verharrt fast aufrecht, der andere beugt extrem den gesamten Körper; der eine holt weit aus, der nächste dreht etwas die Hand, die knapp seitlich an der Hüfte vorbeizieht. Ein weiterer Spieler behält lange seine Schußhaltung, ein anderer betritt den Wurfkreis, zielt und schießt sofort; ein letzterer verdreht alle Gliedmaßen beim Schuß und ähnelt einem Korkenzieher, einem allerletzten könnte man stundenlang zusehen, so ästhetisch wirkt seine Schußhaltung auf die Zuschauer.

Wie soll man da die Technik des Tireurs angemessen beschreiben, so, daß es annähernd möglich wird, diese individuell umzusetzen? Es soll hier der Schußstil von der Entscheidung über die Art des Schusses abhängig gemacht werden. Jeder Tireur muß die Techniken für sich umzusetzen versuchen.

 

Zuerst die Grobform der Schußtechnik erarbeiten,

danach Feinabstimmungen vornehmen, und zwar nach:

  •  der Länge des Armschwunges
  •  der Streckung des Körpers
  •  dem Drehwinkel der Hand
  •  dem Abwurfmoment
  •  der Fußstellung
  •  der Körperausrichtung

Vor der Erklärung der Schußvarianten müssen zunächst sechs "relative Wahrheiten" genannt werden, derer sich jeder Tireur prinzipiell bewußt sein sollte:

  1. Eine sehr gut gelegte Gegnerkugel ist kaum durch Legen zu verbessern.
  2. Eine eigene gute Kugel gilt es zu verteidigen.
  3. Mit einem durchaus risikoreichen Schuß kann man die Ausgangsposition für den weiteren Verlauf der Aufnahme erheblich verbessern.
  4. Ein Carreau kann Kugelvorteil schaffen bzw. Kugelnachteil neutralisieren.
  5. Mit taktischen Treffern kann man die Punktzahl des Gegners verringern.
  6. Mit erfolgreichen Treffern bringt man den Pointeur des Gegners zur Verzweiflung.

 

Erwähnt sei auch noch folgendes:

 

Der Tireur hat mehr mit äußeren Faktoren (Licht, Distanzen, Zuschauern) zu kämpfen, als mit bodenbedingten Technikproblemen. Vielleicht ist bei ihm der Automatisierungsgrad - in Verbindung mit einer hohen Konzentrationsfähigkeit - der Schlüssel zum Top-Spieler. Da er fast immer aus dem Stand spielt, hat er bei lang andauernden Turnieren die geringsten körperlichen Belastungen zu ertragen, als Ausgleich aber eben auch die höchsten Konzentrationsbelastungen, die mindestens ebenso ermüdend sind.